Kassenführung -2-

Das schlimmste Werkzeug eines Betriebsprüfers sind „Hinzuschätzungen zum Gewinn“. Schätzungen kommen in Frage, wenn Zweifel an der Ordnungsmäßigkeit und Vollständigkeit der Buchführung bestehen. Kann der Prüfer solche Zweifel nachweisen, kann er schätzen.

Brandgefährlich sind hier negative Kassenbestände: In einer Kasse kann rein logisch nicht weniger als „Null“ sein. Ergibt sich aber aus Ihrer Kassenbuchführung, dass an einem bestimmten Tag z. B. minus 327,80 Euro in der Kasse waren, kann mit Ihrer Buchführung irgendwas nicht stimmen. Und jetzt kommt der Betriebsprüfer ins Spiel mit seiner Hinzuschätzung. Denn das kann er jetzt – in angemessenem Umfang – machen, weil er Ihnen die Nicht-Ordnungsmäßigkeit Ihrer Buchführung nachgewiesen hat. (BFH, 07.02.08,  IV B 58 – 60/07)

Wie kommt es zu negativen Kassenbeständen? Das passiert dann, wenn Belege übers Jahr in die Kasse geworfen werden und dann einfach nach dem Belegdatum als Ausgabe gebucht werden

Einzig mögliche Abhilfe: Belege nicht nach dem Belegdatum ins Kassenbuch eintragen, sondern nach dem Auszahlungsdatum.

Kassenführung -1-

„In der Praxis werde ich sehr häufig gefragt mit welchem Datum denn Belege im Kassenbuch einzutragen sind, wenn der Beleg z.B. von einem Sonntag stammt, weil evtl. der Inhaber der Firma wochenends den Firmen-Pkw für 50€ betankt hat. Wenn wir bedenken, dass das Kassenbuch wie ein Tagebuch zu sehen ist und dass jede Kassenbewegung sofort im Kassenbuch zu erfassen ist, dann ergibt sich daraus folgendes:

Nehmen wir an, die Quittung der Tankstelle trägt das Datum 09.08. und der Inhaber der Firma legt den Belege am 11.08. der Person im Unternehmen vor, die die Kasse führt. Am gleichen Tag findet auch die Barauszahlung des Betrages an ihn statt. Im Kassenbuch zu erfassen ist die tatsächliche Geldbewegung. Das bedeutet konkret, dass die Ausgabe über 50,00 € am 11.08. und nicht bereits am 09. oder 10.08. im Kassenbuch zu erfassen ist.“